Der Federmann (Max Bentow)

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Originalausgabe 2011 bei Page and Turner, Taschenbuchausgabe 02/2013 Goldmann Verlag, ISBN 978-3-442-47882-8

Kurzfassung:

Er tötet Vögel – und Frauen mit blondem Haar. Niemand kennt sein Gesicht. Ein kleines Mädchen berichtet über einen langen Schnabel im Gesicht und Krallen…

Als der Berliner Kommissar Nils Trojan an den Schauplatz eines Mordes gerufen wird, erwartet ihn eine grausame Inszenierung: Die junge Frau wurde skalpiert, grausam verstümmelt, ein zerfetzter Vogel ist auf ihrem Körper platziert. Trojan und sein Team sind entsetzt, doch noch während sie die ersten Ermittlungen einleiten, ereignet sich ein zweiter Mord: Wieder hatte das Opfer lange blonde Haare, und wieder hinterlässt der Federmann einen makabren Gruß in Gestalt eines toten Vogels. Unterstützt von der Psychologin Jana Michels macht sich Trojan an die Lösung des Falls – und befindet sich unvermittelt auf einer Reise in die tiefsten Abgründe einer kranken Seele.

Wie ich es finde:

Max Bentow hat mit Nils Trojan einen durchwegs sympathischen Protagonisten mit Ecken und Kanten geschaffen. Er ist geschieden, hat eine pubertierende Tochter, für die er zu wenig Zeit hat (die Klischees lassen grüßen), und er leidet an Panikattacken, deretwegen er in psychotherapeutischer Behandlung ist (heimlich, versteht sich, weil man als Polizist bitteschön ein harter Kerl zu sein hat).

Die Handlung ist sehr dynamisch, in kürzester Zeit passieren die ersten Morde, und ebenso bald glaubt man als Leser auch, man wäre dem Mörder auf der Spur, und man fragt sich, warum ist dann noch so viel Buch übrig? Tja, einfach deswegen, weil der Autor den perfiden Plan verfolgt, die Spannung noch weiter zu halten, indem ein weiterer Mord passiert, während der Schuldiggeglaubte seinerseits um sein Leben kämpft… Und gemeinsam mit Nils Trojan wird einem klar, man muss noch einmal gänzlich umdenken.

Die Spannung hält an bis zur letzten Seite, es sind durchaus einige Akte der Grausamkeit zu verzeichnen, durchwegs vergleichbar mit Chelsea Cain oder Jack Ketchum. Die Szenen mit den gerupften, ausgeweideten Dompfaffen entbehren nicht einen gewissen Ekelfaktor (und ich habe bis zum Schluss nicht ganz verstanden, woher die Affinität des Täters zu (toten) Vögeln eigentlich stammt…). Ich habe das Buch so schnell es ging verschlungen, und kann es durchaus empfehlen. Die Schwachseite liegt ein wenig beim Schluss, Shodown Nils Trojan – der Federmann, ein paar Szenen sind durchwegs grotesk und bei näherem Nachdenken schlichtweg unmöglich, aber ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, damit ihr das Buch genauso gespannt wie ich lesen könnt.

Die Meinung (m)eines Mannes:

Da mein Mann härtere Kost bevorzugt, hab ich ihm auch den Federmann zu lesen gegeben. Er hat das Buch in Rekordzeit verschlungen, es gefiel ihm sehr gut, doch auch er hat die Glaubwürdigkeit der Schlussszene in Frage gestellt (je mehr jemand an technischem Wissen hat, desto stranger findet man die Konstruktion).

 

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