Paul Cleave „Das Haus des Todes“

Nachdem ich vor Jahren von Paul Cleave „der siebte Tod“ verschlungen habe, war meine Freude gross, als ich in einem Berg reduzierter Bücher bei -man staune- MÜLLER (ja, DER Müller, der einen Großteil meines Nagellack-LE-Bedarfs deckt) diesen Thriller um sagenhafte 2,99 fand. Manchmal hat Müller eine Aktion, wo ein Berg ziemlich cooler Bücher einen Stempel „preisreduziertes Mängelexemplar“ aufgedruckt bekommt, deren einziger augenscheinlicher Mangel besagter Stempel ist, und ich packe mir jedes Mal einen Sack voll Thriller um 2,99… Yippeee…

Für die 571 Seiten war ich froh, Urlaub gehabt zu haben, bei so dicken Wälzern ist es schon angenehm, wenn man längere Zeit am Stück lesen kann. Und ich war gefesselt von Anfang an…

das-haus-des-todes-072367677Heyne Verlag; Auflage: 2.Auflage (8. Oktober 2012),

ISBN-10: 3453436954 ISBN-13: 978-3453436954

 

Zum Buch:

Das stillgelegte Schlachthaus von Christchurch City, Neuseeland, wird zum Schauplatz eines furchtbaren Verbrechens. Bei seinem ersten Einsatz findet der junge Polizist Theodore Tate dort die grausam zugerichtete Leiche eines 10-jährigen Mädchens. Nie wieder wird Tate die Bilder dieses albtraumhaften Szenarios vergessen können.

15 Jahre später: Christchurch wird von einer Serie brutaler Morde heimgesucht. Ein unheimlicher Serienkiller treibt sein Unwesen und bringt in einer einzigen Nacht 4 Menschen mit jeweils 19 Messerstichen  um. Auf den Körpern der Leichen finden sich Teiler einer mysteriösen Botschaft.

Theo Tate ist mittlerweile aus dem Polizeidienst ausgeschieden und arbeitet als Gelegenheits-Privatdetektiv. Doch jetzt scheint seine Chance gekommen, wieder in das alte Team zurückzukehren, denn niemand kennt sich mit Serienkillern besser aus als er. Zusammen mit Detective Schroder macht er sich daran, das blutige Puzzle zusammenzusetzen. Schon bald wird klar, dass ihnen nur wenig Zeit bleibt. Der Killer entführt einen Arzt mit dessen Töchtern und verschleppt die Familie in das alte Schlachthaus von Christchurch, in dem einst das junge Mädchen ermordet wurde. Ein perfides Spiel nimmt seinen Anfang: Der Vater muss die Reihenfolge bestimmen, in der seine Töchter durch die Hand des Killers sterben sollen…

Wie ich es finde:

Paul Cleave zieht einen sofort in den Bann. Mit Ironie, Wortwitz und der detailgetreuen Beschreibung von Szenarios, so grotesk, dass sie durchaus dem wahren Leben entstammen können.  Ein Beispiel: Zur Trauerfeier eines Kollegen des Polizeidienstes erscheinen so ziemlich alle verfügbaren Polizisten. Einige Zeit später, als jeder so einige Drinks intus hat und sich in Memoiren über den verstorbenen Kollegen verliert, passiert ein Mord und die Truppe soll am Schauplatz, einem Altersheim, anrücken. Das ist aufgrund der Alkoholisierung nur im Taxi möglich, und das erste am Schauplatz ist das kollektive Aufsuchen eines Gebüschs zwecks Pinkelpause, während die Bewohner des Altersheims etwas irritiert aus dem Fenster dem Geschehen folgen…

Legendär auch die Szenen im Krankenhaus, das Tate aufgrund diverser Blessuren, die eigentlich nicht auf die leichte Schulter zu nehmen sind, mehrmals aufsucht. Ein Arzt versucht ihm die Schwere seiner Verletzungen plastisch darzustellen, indem er ihm erklärt, dass er sterben wird, wenn er das Krankenhaus verlässt. Tate meint, dass er dazu jetzt keine Zeit hätte, und lieber ein Rezept ausgestellt hätte. Er bekommt ein Rezept ausgehändigt, auf dem steht: „Wenn sie jetzt die Ambulanz verlassen, werden Sie sterben“….

Man bekommt recht früh Einblick, wer hinter den Morden steckt und erfährt sein Motiv, was es einem ernorm erschwert, in dem Mann ein Monster zu sehen, wenn man dabei an die eigene Familie denkt, und ihn aber doch gleichzeitig dafür hasst, was er der Familie des Arztes antut. Die Dialoge des Täters mit den Töchtern sind ebenfalls einfach großartig. Amüsant wiederum die Stelle, an der trocken beschrieben ist, wie der Gestank der vollen Babywindel den Täter zum Würgen bringt, das Baby wiederum gleich viel Freude am Gestank wie an seinen Fingern findet.

Fazit:

Extrem lesenswert, am besten im Urlaub oder verlängertem Wochenende, denn wenn man dauernd aufhören muss zu lesen, verdirbt einem das die Laune… Auch für Männer ein empfehlenswertes Buch, trotz dass der Fokus mehr auf Ermittlungsarbeit und Kriminalpsychologie liegt, denn auf der detaillierten Beschreibung blutrünstiger Szenen.

 

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