Everybody gets a second chance

… aka Butter London „Fairy Lights“, der Hochzeitscrasher…

Ich wollte eigentlich zum Wochenende noch einen duochromen Lack für Nadine’s Blogparade präsentieren, aber die Grippe hatte mich auch noch am Samstag fest in den Fängen, und am Sonntag war mal dringend Wohnungsputz angesagt 😦

Wie auch immer, ich habe die Seuche besiegt, und schnappe mir gleich das nächste Wochenthema von my list of „Specialties“, das eigentlich noch interessanter ist, denn Nadine wünscht sich einen Lack zu sehen, der eine Geschichte hat. Eine kleine Geschichte habe ich zu fast jedem Lack auf Lager, da sie oft auf abenteuerlichem Weg zu mir fanden, aber dieser Lack bleibt mir bestimmt ewig in Erinnerung… Und anfangs nicht in bester.

Aber der Reihe nach: Letztes Jahr am 13.09. habe ich geheiratet. Und ich bin nicht so das dezente Pastell-Sugarbabe, deswegen wollte ich weder French Manicure noch Essie Fiji, sondern, weil er auch gut zu meinem Brautstrauß gepasst hätte, den Lack von Butter London „Fairy Lights“, den ich wieder mal von einem Blogsale abgestaubt habe, weil sich eine innere Sperre in mir sträubt, 16 Euro für den Lack im Laden zu bezahlen. So weit, so gut.

5 Tage vor der Hochzeit wurde mein Mann ziemlich heftig krank. Einen Tag vor der Hochzeit hatte er mich erfolgreich angesteckt. Ich nieste, hustete, schniefte, das volle Programm eben. Trotzdem wollte ich mein Make up etc. selbst machen. Doch aufgrund meiner Erkältung hielt einfach kein Make up, ich wischte und schneuzte Maybellines super stay binnen Minuten herunter und war verzweifelt, und die Uhr tickte. Als die Friseurin ankam, musste sie sich auch um die Restauration meiner Visage kümmern, und nebenbei wollte ich mir „schnell“ die Nägel lackieren, weil zu mehr keine Zeit mehr blieb. Ich griff zu eben diesem Lack und legte los. Das Ergebnis auf der linken Hand: Katastrophal. Mit jedem Pinselstrich verschob ich die Farbe auf dem Nagel, es wurde streifig, klumpig, der Lack warf Blasen. Und ich hatte mir keine Alternative überlegt. Aber ohne Lack heiraten? Wo mein liebstes Hobby lackieren ist? Geht gar nicht. Also schnappte ich mir die nächstbeste Schachtel (ich habe meine Lacke nach Farben in Schuhkartons sortiert), es war die blaue, und zerrte von P2 „Elegant“ heraus. Ich habe ihn lackiert, und trotz Essie’s „Good to go“, der bereits wieder am Eindicken war, schaffte ich es nicht, dass er gänzlich durchtrocknete, bis ich meinem Mann in die Schuhe half (er ist Rollifahrer), und wir zur Tür rausmussten. Ich habe mit Sockenabdrücken auf den Nägeln geheiratet, aber es hat mir Glück gebracht. Dank Medikamente haben wir alles gut überstanden, die Hochzeit war der sprichwörtliche „schönste Tag im Leben“, wie es sein soll.

Der Butter London-Lack wurde in seine Schachtel verbannt und keines Blickes mehr gewürdigt… bis heute. Ich hab mir gedacht, für diese Geschichte lackiere ich ihn noch einmal und dann sehe ich ja, was passiert. Wenn er zickt, dann winkt die Tonne. Und was geschieht? Er lässt sich „butterweich“ lackieren, deckt in einer Schicht, wird nicht streifig, trocknet fix und macht all das, was er am 13.09. hätte tun sollen, um mir zu schönen Brautnägeln zu verhelfen. Es ist Zeit vergangen, und ich habe ihm vergeben 🙂 Und ja, ich mag ihn… Was ihn am Hochzeitstag geritten hat, werde ich nie erfahren, aber ich weiß jetzt, dass er auch anders kann. „Fairy Lights“ bleibt in meiner Sammlung…

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Ich hoffe, euch hat meine kleine Lackgeschichte gefallen, und an alle, die planen zu heiraten und Angst haben, dass was schiefläuft: Shit happens. Ärgert euch nicht über Kleinigkeiten, genießt den Tag und macht das Beste daraus. Es ist euer Tag, und ein strahlendes Gesicht macht jeden Lackpatzer wett 🙂

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15 Gedanken zu “Everybody gets a second chance

  1. Schöne Geschichte zum Lack, so bleitb er wirklich in Erinnerung 🙂 Aber ist ja meistens so, dann, wenn der Lack wirklich sitzen muss bzw soll, dann macht er, was er will und nicht ds, was er soll. Die Farbe ist wirklich toll, die passt echt gut zu so festlichen Anlässen, erinnert mich an ein schönes, roséfarbenes Kleid… ich glaub, mein Abiballkleid hat dieselbe Farbe 😀

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  2. Das ist ja eine spannende Geschichte. Ja, wenn es mal wirklich wichtig ist, dann geht alles Mögliche schief, das kenn ich. Aber ich muss sagen, Menschen die ohne solche „Pannen“ heiraten, Urlaub machen oder ähnliches können, sind mir ein wenig unheimlich.
    Und Sockenabdrücke gehen doch fast schon als Nailart durch 😉
    Ich glaub ich habe von Catrice einen Lack in einer ähnlichen Farbe und trage den extrem selten, weil mir die Farbe dann doch ein bisschen zu brav ist. 🙂
    LG

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    • Ja, gell, mir sind diese „Profis“ auch ein wenig suspekt… Aber ich kenne Mädels, für die wären solche Hindernisse schon ein Grund, dass der Tag völlig verhunzt ist. Mir war nur wichtig, dass es gesundheitlich hinhaut, alles andere hab ich weggegrinst 🙂 Sockenabdrücke als Nailart? Statt zusammengeknüllter Frischhaltefolie… Hmm.. Schreit fast nach Wiederholung 🙂 glg

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  3. Ich hab mich richtig, richtig, richtig gefreut, deine Geschichte hier zu lesen, auch wenn ich sie in Auszügen ja schon kannte. 🙂 Ich freu mich auch jetzt nachträglich sehr für euch und find es super, dass du keinen Trara wegen sowas gemacht hast!! Ich hab mir auch erst ne halbe Stunde vorher die Nägel fertig gemacht. 😀 Nicht zu fassen… Und den Lack find ich einfach super schön, muss ich sagen, gefällt mir extrem gut!

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    • Hey, das freut mich aber! Perfekt, wenn der Beitrag gut ankommt bei dir. Ich hab aber auch großen Spaß an deiner Blogparade, gerade so ausgefallenere Sachen als eine Farbe oder ein Finish reizen mich ja total. Ein Lack mit meinem Charakter für kommende Woche? Kannst du kriegen, ich bin dabei 🙂

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  4. Ich könnte deine Geschichten stundenlang lesen, wunderbar geschrieben und mit toller Moral!
    Bei “Fairy Lights”, glaube ich, haben einfach im wichtigsten Moment die Nerven versag, und eine zweite Chance hat der Lack absolut verdient :-). Es steht dir richtig gut!

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    • Ohhh danke dir! Bei solchen Rückmeldungen würde ich ja am liebsten gleich noch weitertippen an meiner Story… Aber ich werde mir jetzt meinen „Charakterlack“ suchen gehen und hoffe, dass ich bei dir mit der Geschichte auch punkten kann! Ich freu mich schon, dich zu lesen… 🙂

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  5. Ach du Liebe, ich habe jetzt gerade erst deinen Kommentar zu meinen Wedding Nails gesehen, das tut mir so leid! Der ist irgendwie total untergegangen, und jetzt ist das schon knapp zwei Monate her! :O
    Jetzt hab ich aber endlich deinen Post gelesen und finde die GEschichte wirklich schön, auch wenn sie aktuell erlebt wahrscheinlich doch anstrengend war 😉
    Das ist immerhin eine Geschichte, die du nie vergessen wirst! Wahnsinn, was man manchmal für Geschichten mit einem Lack verbinden kann, oder?
    Ich kenne das auch zu gut, ich bin schon so oft mit nackten Nägeln zu Parties, Geburtstagen oder anderen Anlässen gefahren, obwohl ich vorher so genau geplant hatte, was ich lackieren oder designen wollte… meist läuft mein Zeitmanagement dann völlig aus dem Ruder, das passiert mir ja leider immer 😦
    Und oft habe ich noch auf den letzten Drücker die Nägel angefangen, aber unter Zeitdruck klappt dann gar nichts und bevor wir zwei Stunden zu spät zur Party kommen, nehm ich dann lieber alles wieder runter. Denn auch wenn meine Nägel nackt ganz grausig aussehen (verfärbt, gesplittert), geh ich lieber so als mit total vermatschtem Lack und tiefen Macken. Da gehts nicht um so kleine Abdrücke, die man zum Beispiel auch von der Bettwäsche hat – die stecke ich noch ganz gut weg 😉 Aber so tiefe Macken oder so auf dem ganzen Nagel verschobener Lack, nee. Das mag ich nicht, da fühle ich mich den ganzen Abend unwohl 😀
    Aber die Geschichte hier zeigt ja, dass es völlig nebensächlich ist. Meine Güte, was interessiert denn letzten Endes der Lack, wenn man einen so wichtigen, schönen Tag mit dem Menschen und den Freunden, die man liebt, erlebt! Da sind Abdrücke oder andere Dramen letztendlich doch absolut nichts, was einem die Stimmung trüben sollte. Denn wenn man zu viel Zeit darauf verschwendet, sich über das Dilemma auf den Nägeln zu ärgern, verdirbt es einem nicht nur die Freude am Moment, sondern auch die schöne Erinnerung!
    Roman Ende.
    Liebste Grüße!
    Caline

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