Weibliche Growls deluxe – Arch enemy im Komma Wörgl

Kaum zu glauben, aber es ist fast schon ein Monat her, als es hieß „Headbanging Sunday“ und mein Mann, unser Neffe und ich und aufmachten zu einem lang erwarteten Konzert der Superlative: Die schwedische Melodic Death Metal-Legende Arch enemy gastierte im VAZ Komma Wörgl, mit neuer Frontfrau Alissa White Gluz! Da das Konzert aufgrund von Terminkollissionen seitens der Band vom ursprünglich geplanten Freitag auf den Sonntag verschoben wurde, litt leider die Publikumsfrequenz ein wenig, und unser VAZ Komma wurde nicht ganz so arg gestürmt wie wir es eigentlich erwartet hatten, bzw. wie es ein solch gewaltiges Konzert eigentlich verdient hätte.

Ich war sehr gespannt, wie mir das Konzert gefallen würde, da ich noch nie eine Death Metal-Band live gesehen hatte. Eigentlich komme ich ja aus der Ecke, wo man die Texte noch prima versteht, und meist ein Riesenorchester mit dabei ist (Within Temptation, Epica…), also Symphonic Metal, oder auch Power Metal wie Sabaton oder Powerwolf. Als ich das erste Mal via Youtube Stimme und Bild der Sängerin Alissa White Gluz vereint sah, konnte ich es schlichtweg nicht fassen, was für Töne aus diesem Geschöpf kommen!! Also mit Klargesang würde es diesmal wohl weniger was werden…

Hört und seht mal selbst:

https://www.youtube.com/watch?v=InRMwptcgAo

Aber erst einmal wurde die Bühne pünktlich geentert von SILIUS, wo ich eben erst durch Recherche darauf gestossen bin, dass die Band aus Landeck stammt (gut, da wohne ich schon zu lange nicht mehr, als dass ich die dortige Szene weiter verfolgt hätte). Jedenfalls hat die Band den „Wacken Metal Battle“ gewonnen, und sie treten dort auch heuer auf. Die Jungs machten ihre Sache wirklich gut, und da ich mit Metallica und Pantera durchaus was anfangen kann, gefiel mir sehr gut, was sie uns so um die Ohren hauten.

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Als nächstes war die deutsche Thrash Metal-Band Drone an der Reihe, deren volltätowierter Frontmann Mutz Hempel mit seiner variablen Stimme echt zu überzeugen wusste. Dem Bier und manchen Späßen nicht abgeneigt, lieferten sie eine solide Show.

Inzwischen füllte sich auch der Saal immer mehr, und die Stimmung war richtig gut. Wir hatten wieder unseren Rolli-Frontrow-Platz seitlich am Fotograben der Bühne, und hatten perfekte Sicht auf alles, was vor sich ging. Trotzdem ist es für einen Fotolaien wie mich aufgrund des rasanten Lichtwechsels und der ständigen Bewegung der Musiker fast ein Ding der Unmöglichkeit, brauchbare Fotos zu schießen 😦

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Und dann war es Zeit für den Headliner des Abends, die Schweden von Arch enemy mit der derzeit „hottest women in metal“, Blauschopf Alissa White-Gluz. Dramatisch wurde der Saal in Dunkelheit getaucht, um dann beim Auftritt der Band in heftige Lichteffekte überzugehen, und den Blick auf ein Megaschlagzeug, flankiert von 2 großen schwarzen Flaggen mit Arch enemy-Logo freizugeben. Die Frontfrau, die Angela Gossow nach 15 Jahren abgelöst hat, heizt von Anfang an kräftig ein, es bilden sich Moshpits und Stimmung und Temperatur sind am Höchstpunkt im Komma. Kaum zu glauben, dass diese Powerfrau im hautengen destroyed Catsuit einmal in einer kanadischen Talentshow á la DSDS aufgetreten ist… Gute eineinhalb Stunden heizt uns Alissa ein und bekommt zum Dank eine Holzfaust und eine Visitenkarte aus dem Publikum geschenkt. Immer wieder landen Fans über der Absperrung im Fotograben und werden von der Security dezent nach draußen befördert, die meisten schaffen jedoch ihr Ziel, ein shake hands mit Alissa, die sich sogar nach dem Wohlergehen eines besonders unsanft über die Sperre Geplumpsten erkundigt.

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Nach -ich glaube, es waren vier- tollen Zugaben ist die Show zu Ende. Da ich glücklicherweise am darauffolgenden Montag frei hatte, wollten wir noch warten, ob die Band, wie es im Komma oftmals der Fall ist, am Merchandising-Stand noch auftaucht, um Autogramme zu geben. Wir hatten uns je ein T-Shirt besorgt, ein Tourplakat abgestaubt und wieder ein Gitarren-Plek ergattert, als die Band zum Schluss Drumsticks und Pleks in die Menge warf. Leider teilte uns die Bookerin dann mit, dass die Band sofort nach der Show abgedüst ist, da sie bereits am nächsten Tag anderswo wieder auf der Bühne stehen. Naja, toll war es trotzdem, es war ein perfektes Konzert, und auch wenn ich trotzdem Klargesang bevorzuge, so hat mich Alissa White Gluz und ihre Powertruppe schwer beeindruckt.

Als nächstes sind im Komma Equilibrium, Annihilator, Amorphis und Kataklysm als große Termine fix, für erstere haben wir die Karten schon mal reserviert, mal sehen, was sich sonst noch ergibt! Das Konzert von Stratovarius in Kufstein wäre für mich als Symphonic-Fan auch ein ziemliches Highlight, wir haben es mal ins Auge gefasst…

Metal rules!!!

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4 Gedanken zu “Weibliche Growls deluxe – Arch enemy im Komma Wörgl

  1. Aha, da ist der Bericht ja 🙂 Den hast du sehr schön geschrieben!
    Guck mal an, ich wusste bis vor kurzem gar nicht, dass die gute alte Sängerin ersetzt wurde. Auf dem Festival im Juni, wo ich auch Overkill gesehen habe, hätte ich eigentlich auch Arch Enemy sehen sollen, aber die waren super spät erst an der Reihe (ist ja auch klar bei einer so großen Band), der Tag war extrem sonnig und dann hat ein bisschen Alkohol in der Sonne noch seine Nachwirkungen gehabt, da habe ich die einfach ääähm…. verpennt 😀
    Erst am nächsten Morgen hat meine Schwester gefragt, warum ich nicht dabei war und mich davon unterrichtet, dass ich die neue verpasst habe – ärgerlich! Klingt aber schon mal gut, was du so beschreibst 🙂
    Hach Equilibirum hab ich früher quasi vergöttert. Aber auch die habe ich auf besagtem Festival gesehen, kannte leider das aktuelle Album nicht (ich weiß gar nicht, wann das letzte rauskam, ich bin da irgendwie immer eeewig hinterher mit den Veröffentlichungen!) und das Ende vom Lied war, dass sie mir auch nicht mehr so gefallen haben wie damals. Mag sein dass ich einfach vorher mal intensiver ins Album hätte reinhören müssen, weiß ich jetzt natürlich nicht. Ich fand aber auch den ursprünglichen Sänger einfach nochmal um Längen besser, auch wenn der aktuelle es nicht schlecht macht, muss ich ihm zugute halten. Aber er hat auch irgendwie eine merkwürdigen Bühnenpräsenz, voller komischer und sinnfreier Witze – kann aber auch wieder an der hefitgen Hitze da gelegen haben, wer weiß 😀

    Liebe Grüße und gute Nacht!
    Caline 🙂

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    • Hurra, freut mich das aber, wenn dir der Beitrag gefällt… Hm, das ist aber schade, dass die dir entgangen sind, aber Festivals mit Hitze und ein paar Bierchen… Davon kann mein Mann ein Lied singen, der war ja früher sehr oft auf allen großen Festivals am Weg… Leider können wir das miteinander nicht mehr erleben, weil rollitauglich sind Festivals und Campingplätze nun mal nicht wirklich, und seit 2 Jahren ist er nun mal drauf angewiesen. Tja, so versuchen wir halt von den Möglichkeiten, die uns bleiben, das Bestmögliche rauszuholen, nützt eh nix… Auf Equilibrium bin ich total gespannt, hab mir ein paar Sachen angehört, kannte sie aber vorher nicht. Ich glaube, das könnte wieder eine tolle Sache werden… Ich hoffe, du bist noch halbwegs alive bei dieser Hitze, ich schwitze heute ausnahmsweise selber mal, und das heisst echt was, denn warm kann es mir nie genug sein… Cu!!

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  2. Oh, das ist natürlich schade, dass er darauf angewiesen ist! Hier und da sieht man ja auch mal gehbehinderte Besucher auf Festivals, die haben jedes mal meinen größten Respekt – das stelle ich mir wirklich nicht einfach vor! Aber du sagst es ja schon, man kann es wohl nicht ändern. Und eigentlich sind so normale Konzerte doch fast schöner, man ist immer näher dran und kann vor allem immer wieder zurück in sein eigenes, weiches Bett! 😉
    Hier hat es sich zum Glück gerade richtig schön abgekühlt! Endlich mal wieder atmen 🙂
    Liebe Grüße!

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  3. Pingback: Equilibrium im Komma Wörgl | heavythrillingpolish

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