Der Schrei der Füchsin

Ursprünglich wollte ich in den Thriller „Der Schrei der Füchsin“ nur mal kurz reinlesen, und dann mein angefangenes Buch beenden. Pustekuchen. Das Buch zog mich von der ersten Minute an derart in den Bann, ich verlor Zeit und Raum, ließ meine Arbeit liegen, die ich in einer Nachtschicht wieder aufgeholt habe, Essen wurde auch überbewertet… Musste lesen.
Doch was macht den Thriller so besonders, dass ich dermaßen ins Schwärmen komme, obwohl hunderte Thriller bereits durch meine Hände gewandert sind?

Zum Einen ist das die Sprache. Jonna Steen schafft es, extrem detailreich zu erzählen, ohne dabei je auszuschweifen oder sich zu verlieren. Das Buch beginnt mit der Protagonistin Runa, die ihren Kite in den Dünen des Wattenmeers steigen lässt. Und ich habe den Wind in den Haaren gespürt, das Salz geschmeckt, den Kite flattern und die Nordsee tosen gehört (obwohl ich nie dort war).

Dann ist es natürlich die packende Story an sich… 2 unterschiedliche Schwestern, denen die Kindheit und ihr Verhältnis zueinander durch Missbrauch geraubt und zerstört wurde, schlagen sich unterschiedlich im Leben durch. Während Stella reich heiratet und einen kleinen Sohn hat, der merkwürdig oft krank ist und Stammgast im Klinikum, ist Runa kinderlos, passionierte Drachenlenkerin und hat einen gewalttätigen Partner gewählt. Dass beide Frauen unter einer massiven PTBS (posttraumatischen Belastungsstörung) leiden, wird immer wieder ersichtlich. Während Runa mit Panikattacken etc. zu kämpfen hat, ist Stellas Problem noch viel tiefgreifender und wird zur tödlichen Bedrohung für ihren kleinen Sohn. Als dann auch noch ein Familiengeheimnis aufgedeckt wird und klar wird, dass Runa und Stella keine Schwestern sind, nimmt das Unheil seinen Lauf.

Immer wieder kommt man als Leser ins Zweifeln, ob Runa, die eigentlich geerdet und vernünftig erscheint, wenn ihr nicht eine Hochdosis Psychopharmaka die Hirnwindungen vernebelt, wirklich die ist, für die man sie hält, oder ob am Ende von ihr Bedrohung ausgeht…

Wunderbar geschickte Schachzüge in der Story lassen keine Zeile Langeweile aufkommen. Außerdem sind die psychologischen Verstrickungen ausgefeilt und professionell geschildert, was der Vorteil ist, wenn eine „Fachfrau“ dererlei Bücher schreibt.

Meine Empfehlung: Einen Tag Freiraum schaffen, Buch besorgen und durchlesen!!

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